„Grow Impact – Austria!“ 25-26 November 2021
Der erste Teil der Fachtagung „Grow Impact – Austria!“ behandelt die spannenden Themen » Social Innovation und Social Entrepreneurship Ökosysteme. Dabei gibt es eine virtuelle…
Mehr lesenAm 12. Februar lud der Social Business Hub Styria zur Preisverleihung des steiermarkweit durchgeführten Ideenwettbewerbs für eine zukunftsfähige Steiermark. Ab 18:00 Uhr wurden vor über 100 Gästen im Unicorn Startup- & Innovation Hub Graz jene Projekte ausgezeichnet, die mit innovativen Ansätzen Antworten auf gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen in der Steiermark geben. Der jährlich stattfindende Ideenwettbewerb verfolgt das Ziel, nachhaltige Konzepte und wirkungsorientierte Geschäftsmodelle sichtbar zu machen und gezielt zu fördern. Mit über 90 eingereichten Ideen zeigte sich auch in diesem Jahr eindrucksvoll, wie groß die Innoavtionskraft der Steiermark ist.

Innovation, Nachhaltigkeit und regionale Entwicklung im Fokus
Nach Begrüßung durch Vorstandsteam Kirsten Tangemann und Rüdiger Wetzl sowie Videogrußbotschaften und Gratulationen an die Gewinner·innen durch Landesrätin Simone Schmiedtbauer, Landesrat Willibald Ehrenhöfer sowie Stadtrat Kurt Hohensinner beschrieb Maximilian Kottnig den Werdegang seines Startups dualify. Der ehemalige Gewinner des SBHS-Ideenwettbewerbs entwickelte eine Lehringsapp, die Lehrlinge, Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe digital vernetzt und somit die Qualität und Image der Lehrausbildung steigert. Dieses inspirierende Best Practice Beispiel bot die perfekte Überleitung zur Prämierung der diesjährigen Gewinner*innen.







EnFera – Das intelligente & nutzerzentrierte CEMS für netzdienliche Energieoptimierung
Einreicher: Christopher Gradwohl
Problemstellung
Energiegemeinschaften haben das Potenzial, Menschen zu aktiven Gestalter:innen der Energiewende zu machen. In der Praxis bleiben diese Chancen jedoch oft ungenutzt, da sich Gemeinschaften meist auf rein bilanzielle Abrechnungsvorteile beschränken. Es fehlt an technischer Koordination, netzdienlicher Steuerung und der aktiven Nutzung verschiebbarer Lasten. Haushalte und Betriebe wären bereit, Verantwortung zu übernehmen, doch es mangelt an Anreizen und Werkzeugen, die individuelles Handeln mit den Erfordernissen des Energiesystems verbinden. Derzeit agieren Netzbetreiber, Versorger und Energiegemeinschaften weitgehend unkoordiniert. Dadurch gehen wertvolle Potenziale für die Netzstabilität sowie soziale und wirtschaftliche Mehrwerte verloren. Ohne eine intelligente Steuerung bleibt die Integration erneuerbarer Energien ineffizient, was die Energiewende verlangsamt und unnötige Kosten im Gesamtsystem verursacht.
Lösungsansatz
EnFera ist ein nutzerzentriertes Energiemanagementsystem, das Energiegemeinschaften technisch befähigt, aktiv zur Netzstabilität beizutragen. Das Herzstück ist eine Plattform, die dezentrale Anlagen wie Photovoltaik, Speicher und E-Autos intelligent vernetzt und steuert. Durch einen algorithmusbasierten Optimierungsansatz werden flexible Lasten dann genutzt, wenn viel regionale Energie verfügbar ist oder das Netz Entlastung benötigt. Ein integriertes Anreizmodell belohnt netzdienliches Verhalten der Mitglieder finanziell und stärkt gleichzeitig den Gemeinschaftssinn durch Transparenz und Teilhabe. Das Projekt verbindet technisches Know-how aus der Forschung mit einer skalierbaren Software-Architektur, um die lokale Wertschöpfung zu erhöhen und die Abhängigkeit von zentralen Versorgern zu verringern. SoliFer fungiert somit als digitale Schnittstelle zwischen individuellen Haushalten und dem Stromnetz der Zukunft, wodurch die Energiewende effizienter, gerechter und wirtschaftlich attraktiver wird.

Heureka Kids – Das Lernzentrum für neugierige Köpfe
Einreicher·innen: Christian Freißling + Margit Höller
Problemstellung
In der Steiermark herrscht ein massiver und stetig wachsender Mangel an qualifizierten Fachkräften, insbesondere im Gesundheits- und Pflegebereich sowie in technischen Berufen. Gleichzeitig gibt es in Regionen wie Marokko (z. B. Ouarzazate) viele junge, motivierte Menschen mit abgeschlossener Ausbildung, denen es jedoch an beruflichen Perspektiven und Zugang zu internationalen Arbeitsmärkten fehlt. Die größten Barrieren für eine erfolgreiche Integration sind die Sprachhürden, fehlendes kulturelles Onboarding sowie komplexe bürokratische Prozesse bei der Anerkennung von Qualifikationen. Bestehende Rekrutierungsmodelle greifen oft zu kurz, da sie die soziale und kulturelle Komponente der Migration vernachlässigen. Dies führt dazu, dass Potenziale ungenutzt bleiben und sowohl Betriebe in Österreich als auch fachkundige Arbeitskräfte aus dem Ausland vor unüberwindbaren Hürden stehen, was die wirtschaftliche Entwicklung und die Versorgungsstabilität in der Region gefährdet.
Lösungsansatz
Heureka.Kids schließt diese Lücke als erstes technisches Lernzentrum in der Oststeiermark. Das Projekt bietet Kindern und Jugendlichen einen physischen Raum – eine moderne Tüftler-Werkstatt –, in der sie unter fachkundiger Anleitung den Umgang mit digitalen und handwerklichen Werkzeugen erlernen. Das Curriculum verbindet analoges Bauen mit High-Tech-Verfahren wie 3D-Druck, Robotik und Elektronik. Hinter dem Projekt steht ein Team aus einem Universitätslektor der TU Graz und einer erfahrenen Pädagogin, das technische Expertise mit altersgerechter Vermittlung kombiniert. Ziel ist es, durch Kurse und Workshops die Selbstwirksamkeit der Kinder zu stärken: Sie konsumieren Technik nicht nur, sondern gestalten sie selbst. Das Modell ist darauf ausgelegt, nach einer erfolgreichen Pilotphase in Hartberg als Lizenzmodell auf andere Regionen ausgeweitet zu werden, um Technikbegeisterung flächendeckend zugänglich zu machen und die Innovationskraft der nächsten Generation zu fördern.

RevoPure – mobile, energieautarke Wasseraufbereitungseinheit
Einreicher: Christoph Udier
Problemstellung
Zahlreiche aktuelle Ereignisse wie Erdrutsche oder Hochwasserkatastrophen zeigen, dass selbst eine eigentlich funktionierende Trinkwasser-Infrastruktur nach Unfällen oder Naturkatastrophen schlagartig versagen kann. In solchen Krisenfällen stehen Menschen vor dem Problem, dass das vorhandene Wasser aufgrund starker Verunreinigungen ungenießbar wird und die Versorgung mit sauberem Trinkwasser abbricht. Bestehende Lösungen für die private Vorsorge sind oft entweder technisch unzureichend, schwer zu bedienen oder auf externe Energiequellen angewiesen, die im Katastrophenfall ebenfalls ausfallen können. Zudem fehlt es oft an kompakten, mobilen Systemen, die eine verlässliche Aufbereitung direkt vor Ort ermöglichen. Diese Unsicherheit in der Notversorgung betrifft sowohl die Zivilbevölkerung in Krisengebieten als auch Menschen in Regionen mit instabiler Infrastruktur, die im Ernstfall auf sich allein gestellt sind.
Lösungsansatz
RevoPure ist eine mobile, energieautarke Wasseraufbereitungseinheit, die verunreinigtes Süßwasser ohne externe Stromzufuhr in hochwertiges Trinkwasser verwandelt. Das System kombiniert fortschrittliche Filtertechnologien mit einem Fokus auf Benutzerfreundlichkeit und Robustheit. Durch den integrierten Akkubetrieb und die Möglichkeit zur Solarspeisung bleibt die Einheit auch bei totalem Infrastrukturausfall voll einsatzfähig. Die Zielgruppe reicht von NGOs und staatlichen Krisenorganisationen über gewerbliche Nutzer in abgelegenen Gebieten bis hin zu Privatpersonen im Bereich Prepping und Outdoor. Das Geschäftsmodell basiert auf der Hardware-Entwicklung in der Steiermark, wobei der Vertrieb zunächst über B2BKanäle und Partnerschaften mit Hilfsorganisationen gestartet wird. RevoPure bietet somit eine technologische Antwort auf die wachsende Notwendigkeit dezentraler Vorsorgelösungen und sichert die lebensnotwendige Ressource Wasser in Extremsituationen.

5 Schritte voraus
Einreicher·innen: Seline Serengau, Lilly Krempel, Lena Nöst, Laura Grienschgl und Stefan Fleck, HLW Schrödinger
Problemstellung
Der Übergang von der Unterstufe in die Oberstufe stellt für viele Schülerinnen und Schüler eine erhebliche Belastung dar. Neben dem neuen sozialen Umfeld und unbekannten Lehrkräften sorgt vor allem das deutlich gestiegene Leistungsniveau in den Fachgegenständen für Überforderung. Oft verlieren Jugendliche frühzeitig den Anschluss, was zu Frustration, Stress und negativen schulischen Leistungen führt. Kommerzielle Nachhilfeangebote sind zudem häufig teuer und für viele Familien schwer finanzierbar. Es fehlt an niederschwelligen, schulinternen Lösungen, bei denen erfahrene Lernende ihr Wissen direkt an Jüngere weitergeben. Ohne gezielte Unterstützung in dieser kritischen Phase der Schullaufbahn steigt das Risiko für Schulabbruch oder ein Scheitern im ersten Jahr der Oberstufe massiv an.
Lösungsansatz
Die Junior-Company „5 Schritte voraus“ bietet eine strukturierte Peer-to-Peer-Nachhilfe für Schüler der ersten und zweiten Jahrgänge an. Über digitale Anmeldeformulare werden gezielt fachspezifische Probleme analysiert, um passgenaue Unterstützung zu leisten. Das Konzept setzt auf Hilfe auf Augenhöhe: Erfahrene Mitschüler aus höheren Jahrgängen vermitteln Lerninhalte verständlich und kostengünstig. Ein integriertes Feedback-System nach jeder Einheit sorgt für die kontinuierliche Verbesserung der Lernmethoden. Zusätzlich nutzt das Team Optionsscheine als innovatives Finanzierungsinstrument, um das Projekt wirtschaftlich abzusichern und Unterstützer einzubinden. Ziel ist es, den Stress im Schulalltag zu reduzieren, die Erfolgsquote in den unteren Jahrgängen zu steigern und eine Kultur der gegenseitigen Unterstützung zu etablieren, die auch andere Schulen zur Nachahmung inspiriert.

Wo dürfen wir sein? – Öffentliche Räume aus der Sicht von Jugendlichen
Einreicher·innen: Valentina Ertl & Julia Ertl – Vertreten durch ihre Mutter, Christine Withalm
Problemstellung
Jugendliche fühlen sich im öffentlichen Raum oft unerwünscht und unterliegen zahlreichen Verboten oder Konsumzwang. In Einkaufszentren sollen sie nur konsumieren, in Parks gelten sie schnell als zu laut und auf Spielplätzen müssen sie oft Platz für kleinere Kinder machen. Bestehende Angebote wie Jugendzentren sprechen viele nicht an, da sie dort nicht unter sich sein können oder das Programm als nicht jugendgerecht empfinden. Es mangelt an Informationen darüber, wo Jugendliche willkommen sind und einfach nur sein dürfen, ohne Geld auszugeben oder jemanden zu stören. Diese Situation führt dazu, dass sie entweder auf unsichere Orte wie gefährliche Lost Places ausweichen oder sich zu Hause isolieren. Zudem verstehen Erwachsene oft nicht, warum Jugendliche sich an Konfliktorten aufhalten, während gleichzeitig keine jugendfreundlichen Alternativen sichtbar gemacht werden. Die Frage nach einem sicheren, akzeptierten Platz bleibt für viele unbeantwortet.
Lösungsansatz
Die Lösung ist eine von Jugendlichen selbst gestaltete digitale Karte, die sichere, öffentliche und jugendfreundliche Treffpunkte sichtbar macht. Auf dieser interaktiven Plattform können Orte eingetragen werden, die keinen Konsumzwang haben, Sitzmöglichkeiten oder WLAN bieten und an denen man nicht weggeschickt wird. Nutzer können Plätze anonym bewerten und kommentieren, um etwa das Sicherheitsgefühl zu beschreiben. Um Missbrauch zu verhindern, verzichtet die App auf Profile, Live-Standorte oder Chatfunktionen und moderiert die Einträge. Das Projekt dient einerseits als Orientierungshilfe für die Zielgruppe und liefert andererseits Gemeinden wertvolle Daten darüber, wo Räume fehlen oder gut funktionieren. So wird die Sichtweise der Jugendlichen direkt in die Stadt- und Gemeindeplanung einbezogen. Die Umsetzung soll zunächst regional starten und Jugendliche über Schulen und soziale Netzwerke aktiv in die Mitgestaltung einbinden, um eine kontinuierliche Beteiligung zu sichern.
Die von einer Fachjury ausgewählten Gewinnerinnen erhalten ein Preisgeld von insgesamt 6.000 Euro sowie Sachpreise im Wert von 3.000 Euro – ermöglicht durch engagierte Sponsoren wie die Steiermärkische Sparkasse. Darüber hinaus profitieren die prämierten Teams von einer intensiven Weiterentwicklung ihrer Konzepte gemeinsam mit den Expertinnen des Social Business Hub Styria.

Im Jahr 2026 rücken zwei regionale Schwerpunkte besonders in den Vordergrund – ein klares Signal dafür, wie wichtig regionale Innovationsökosysteme für nachhaltige Transformation sind:
Neben der zentralen Preisverleihung in Graz werden daher auch regionale Auszeichnungsveranstaltungen in beiden Schwerpunktregionen stattfinden. Diese regionale Verankerung stärkt lokale Innovationsnetzwerke und fördert den Aufbau langfristiger Kooperationen – ein wesentlicher Erfolgsfaktor für nachhaltiges Wirtschaften.
Das Preisverleihungsevent des Ideenwettbewerbs bot nicht nur eine Bühne für neue Lösungsansätze, sondern auch einen Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Lernen. Teilnehmer*innen, Partnerorganisationen und Interessierte erhielten die Möglichkeit, die Dynamik der regionalen Social-Business-Landschaft hautnah zu erleben, Einblicke in aktuelle Trends und Herausforderungen zu gewinnen, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Netzwerke zu stärken.


















Wir bedanken unseren Fördergebenden Stellen, Kooperationspartnern und Unterstützer·innen, bei unseren Honoratior*innen Alina Gmeindl, Stephanie Liskonig, Gerhard Dorn, Susanne Rode und Elisabeth Leitner. Außerdem bei allen Einreicher*innen, die sich Gedanken gemacht haben, wie gesellschaftliche oder ökologische Herausforderungen unserer Zeit auf unternehmerische Weise gelöst werden können und allen Gästen, die unserer Einladung gefolgt sind und mit uns alle Gewinner*innen feierten.
Alle Fotos: Nadja Fuchs Photography

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Gastbeitrag verfasst von Mag. Karina Brechko (Sunlife) After coming to Graz, I wanted to find out how the Austrians worked in the social business. As…
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